Vernetzt über den alltäglichen Horizont hinaus: Eindrücke von der InterPM – zum 8.Mal in schöner Umgebung vom 20.-21.5.2011 in Glashütten

Wenn man sich vernetzen will, braucht man den Überblick, die Bereitschaft, sich auf andere Leute und deren Denke einzulassen und Instrumente, die dies ermöglichen. Und da – so Prof Rannenberg (Frankfurt) in seinem Eröffnungsvortrag am Freitag morgen – wird’s schon schwierig: will ich – wenn ich Facebook, skype usw. nutze, dass alle meine Daten und alles, was ich mit irgendwem im Rahmen meiner Projekte diskutiere, andere einsehen/ verfolgen können? Und wenn ich´s nicht will, wie verhindere ich das? Prof. Rannenberg zeigte einige interessante Aspekte aus Befragungen von Anglern und Spielern, wie dies gehen könnte. Den größeren Überblick in Richtung Netzwerk-Management bot allerdings dann der 2.keynote-speaker – Prof. Sydow(Berlin) -, der einige Feldstudien z.B. im Bereich der Filmproduktion durchgeführt und dabei beobachtet und analysiert hatte, wie dort eine fruchtbare Vernetzung erfolgt und wie die Kontakte immer wieder „aufgeweckt“ werden können und dann sehr lebendig funktionieren; wir konnten davon auch nach der keynote profitieren, weil er und einer seiner Doktoranden in den folgenden Workshops noch eifrig mitdiskutierten.


Einige der Vorträge und Diskutanten schienen sehr fasziniert zu sein von den Möglichkeiten der sog. Neuen medien, die fälschlicherweise „social medias“ genannt werden: sicher werden sie zum Kontakt knüpfen benutzt – sie sind aber ebenso wenig ein „soziales Medium“ wie das Telefon: es kommt darauf an, wie man den Gesprächspartner behandelt und welche Tiefe des Kontakts ich haben will oder brauche, um meine Projektarbeit gut zu machen. Darum und um die Frage, wie organisiere ich ein möglichst effektives Zusammenwirken, rankten sich viele Diskussionen sowohl in den Vorträgen, als auch den open-space-Workshops: was ist wirklich anders im Netzwerken als bisher schon beim Managen von Projekten? Was muß ich beachten – wo gibt es Stolperfallen? Welches andere Verständnis von Führung brauche ich, wenn ich Chef von Netzwerkern bin – so dass ich die Kreativität nicht behindere, aber dennoch etwas Struktur reinbringen kann?

Spannende Diskussionen gehabt, viel gelernt, interessante Leute kennengelernt, viele Einsichten und Anregungen für die eigene Arbeit gewonnen – so kamen spontan die Statements in der Schlußrunde am Samstag nachmittag rüber und wir fuhren zufrieden und reich beschenkt nach Hause.